Freitag, 22. November 2024

Brief 7a

(* 1933 sind Siemens nach Leninpol, heute Bakai-Ata umgezogen)
 

 

(Plan des Dorfes Leninpol im Jahr 1920 von hier,  vier hier abgebildete Dörfer wurden 1930 vereint und Leninpol genannt)


...

Wir schnitten die trockenen Äste aus dem Garten nach Erlaubnis. So konnten überwintern. Ich schlief im Vorderzimmer, das nicht beheizt wurden, aber wir hatten noch ein Pelzmantel, ich benutze das als Decke. Wo Johann schlief, weiß ich nicht mehr. Vielleicht arbeitete er bei Minenverwaltung (? Utschamschak), und befand sich in den Bergen. 

Sehr viel Hilfe bekamen wir von Hermann Neufeld und Lenhard Janzen und von anderen. Eigentlich mochten die Einheimische die Neulinge nicht, sie meinten, wieso seid ihr nicht in Sibirien geblieben, seid gekommen, wenn alles schon fertig ist. Sie besiedelten diese Gebiete im Jahr 1880, ich weiß nicht genau, so hat man es erzählt.  

(* das stimmt ungefähr, hier Nachweis:

Mit Erlaubnis des damaligen Zaren Alexander II. zogen 1880 insgesamt 400 Mennoniten aus dem Wolgagebiet und aus der Molotschna über Uralsk, Aktjubinsk, Aralsk und Turkestan nach Taschkent. Dort traf der Zug 1881 ein. Ein Teil der Mennoniten zog unter der Losung „Auf nach Samarkand“ weiter. Der größere Teil blieb in Taschkent und übersiedelte 1882 in das Talas-Tal und gründete 1882 die Kolonien Köppental, Nikolaipol, Gnadental und Gnadenfeld. Die vier Siedlungen bestanden insgesamt aus 95 Höfen auf 2.013 Desj. Land. )

Frühling 1934 kam. Wir mieteten den Garten bei Dorfrat für ein Sommer für 240 Rubel, und wir hatten Äpfel. Im Frühjahr gab uns Hermann Neufeld etwas Erde, sodass wir etwas pflanzen konnten. Wir suchten, Mutter und ich, Arbeit bei de Leuten hier, am meisten jäten im Garten oder auf Tabakfeldern.

Wer nicht in Kolchose war, der bekam ein Plan, sie wurden als Einzelbauer abgestempelt, und jede Familie ein Grundstück bekam (etwa 1500 oder 2000 qm Land), sie gaben uns Setzlinge, und wir pflanzten Tabak, und gaben dem Staat den Plan, so waren wir auch. Das war Riesen Arbeit. Gießen, jäten, brechen, auf eine Schnur hängen, ölen, trocknen, dann im Herbst befeuchten, nach Sorten sortieren, verpacken und dem Staat abgeben.

Vater wollte nicht in die Kolchose, wollte nicht umsonst arbeiten. Es gab sehr viele Äpfel, und wir schnitten sie jeden Abend zum trocknen bis Spät. Wer ein Messer halten konnte, der hat Äpfel geschnitten. An einem Tag waren das mehrere Eimer. Morgens verteilten wir geschnittene Äpfel auf dem Ziegeldach, und sie trockneten nach wenigen Tagen aus, und so trockneten wir 8 oder 9 große Säcke Äpfel, das war sehr gut.

Anmerkung: 

oben auf der Karte sieht man das Haus vom meinem anderen Urgroßvater Cornelius Gossen

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