(* 9 fehlt)
... Kirgisin. Es stellte sich heraus, dass ein Fenster von Gartenseite geöffnet war, von da hat sie dieses Säckchen mit Grieß geholt. Das war für uns ein herber Schlag, Mutter weinte so, wir konnten nicht verstehen, wie man es nicht merken konnte und nicht sehen, wie Kirgisin ins Haus kam, aber keiner hat es gesehen. Vielleicht waren wir alle in diesem Moment im Garten. Noch lange haben wir uns an dieses Säckchen erinnert, wir wollten eine Suppe mit Hirse machen, hat leider nicht geklappt. Wir musste und mit Rübensuppe begnügen.
Heizmittel für den Winter hatten wir vorbereitet - wir schnitten Kurai (* Schilf), trockene Äste von den Bäumen, vielleicht hatten noch etwas Kisiak (* getrocknete Kuhfladen) auf dem Feld und auf dem Weg gesammelt. Ich schlief im Vorderzimmer auf zwei Bänken, was als Matratze war, weiß ich nicht mehr, aber als Decke nutzte ich einen Pelzmantel, Vorderzimmer war nicht beheizt, im zweiten Zimmer heizten wir, da haben wir auch gekocht.
Im Winter 1933 war ich einige Monate bei Wolf H. Da gab es gutes Essen. Damit ich dort wohnen kann, hat mich ihr Sohn Wolf Heinrich eingeladen (das ist rothaariger, du kennst ihn gut, Maria), sein Bruder Abram (er ist ertrunken, als eine Karre mit Holz auf dem nach Hause Weg umkippte) und seine Schwester Lena. Wolf Heinrich war mein erster Freund in Leninpol, und ich bin ihm dafür bis heute sehr dankbar.
Ich war sehr arm bekleidet, meine Hose war mehrmals geflickt, ich ging nirgendwohin, und im Jahr 1934 kamen junge Leute bei unserem Haus vorbei, blieben stehen und kamen zu uns rein. Enns Lena versuchte mich dazu zu überreden, dass ich mit ihnen zu einem Abend mitkomme, aber ich wollte nicht, da meine Kleidung schlecht war. Dann kamen noch weitere Mädchen und sie zusammen überredeten mich, und ich kam mit. Bei jemandem in der Wohnung spielten wir irgendwelche Spiele, sie sangen und tanzten. und für mich war da alles neu und bisher unbekannt.
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